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IRIS Adlershof
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Prof. Dr. Jürgen P. Rabe
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AKTUELLES

Prof. Jan Plefka in den Senat der DFG gewählt

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute auf ihrer Sitzung im Rahmen der virtuellen DFG-Jahresversammlung vier neue Mitglieder in den Senat der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft in Deutschland gewählt. Fünf Senatsmitglieder wurden für eine weitere Amtszeit gewählt. Der Senat ist das zentrale wissenschaftliche Gremium, in dem über alle Angelegenheiten der DFG von wesentlicher Bedeutung beraten und beschlossen wird, soweit sie nicht dem Hauptausschuss vorbehalten sind.

Insgesamt gehören dem Senat 39 Mitglieder an. Von ihnen werden 36 von der Mitgliederversammlung gewählt; sie sind zugleich auch die wissenschaftlichen Mitglieder des Hauptausschusses.

Für den Bereich Theoretische Physik wurde das Mitglied von IRIS Adlershof, Jan Plefka, Professor am Institut für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin, gewählt. Bereits seit 2016 ist er Mitglied im Senatsausschuss für die Sonderforschungsbereiche der DFG

Wir gratulieren Herrn Plefka herzlich und wünschen viel Freude und Erfolge in diesem neuen Aufgabengebiet!

„FAIRmat“: Zukunftsorientierte Infrastruktur für eine Schatzkiste an Materialdaten

Das FAIRmat-Konsortium unter der Leitung von Claudia Draxl, Professorin der Humboldt-Universität, ist eines der Projekte, die heute von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in einem mehrstufigen Wettbewerb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ausgewählt wurden. Das Projekt erhält damit Fördermittel für den Aufbau einer Infrastruktur, die es ermöglicht, materialwissenschaftliche Daten FAIR zu machen: auffindbar (Findable), zugänglich (Accessible), interoperabel (Interoperable) und wiederverwendbar (Re-purposable). Damit wird es Forschenden in Deutschland und darüber hinaus ermöglicht, Daten langfristig zu speichern, zu teilen, zu finden und zu analysieren. Während der Laufzeit von fünf Jahren werden insgesamt 60 Projektleiter*innen aus 34 deutschen Institutionen gemeinsam im FAIRmat-Konsortium arbeiten.

Die Erkenntnisse aus der Physik der kondensierten Materie, der Chemie und den Materialwissenschaften bestimmen maßgeblich den Wohlstand und Lebensstil unserer Gesellschaft: Neue Produkte und Erzeugnisse in den Bereichen Energie, Umwelt, Gesundheit, Mobilität und IT sind auf verbesserte oder gar neuartige Materialien angewiesen. Die enormen Mengen an Forschungsdaten, die in diesen Wissenschaftsbereichen täglich produziert werden, sind daher ein Schatz des 21. Jahrhunderts. Dieser Schatz ist jedoch wenig wert, wenn die Daten nicht umfassend beschrieben und verfügbar gemacht werden. Wie können wir dieses Rohmaterial veredeln, also die Daten in Wissen und Wert verwandeln? Dafür ist eine FAIRe Dateninfrastruktur ein Muss.

Claudia Draxl
FAIRmat Sprecherin Claudia Draxl
(HU Berlin)

Hier setzt FAIRmat ("FAIR Data Infrastructure for Condensed-Matter Physics and the Chemical Physics of Solids") an, ein Konsortium unter der Leitung von HU-Professorin und IRIS Adlershof Mitglied Claudia Draxl. Mit dem Aufbau einer FAIRen Forschungsdateninfrastruktur für die genannten Gebiete will das Konsortium den Materialdatenschatz bergen und damit zu einem grundlegenden Wandel in Wissenschaft und Forschung beitragen. Neben der HU Berlin sind auch das Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ), das Max Planck Institute for Chemical Energy Conversion (MPI CEC), das Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft (FHI), die Technische Universität München (TUM), das Karlsruher Institut für Technology (KIT) und der FAIR-DI e.V. als Mitantragsteller an dem Projekt beteiligt.

FAIRmats stellvertretender Sprecher Matthias Scheffler vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft erklärt: "Wir interpretieren das Akronym FAIR zukunftsorientiert: Forschungsdaten sollten auffindbar (Findable) und für Künstliche Intelligenz bereit (Artificial-Intelligence Ready) sein. Diese neue Perspektive wird die wissenschaftliche Kultur und Praxis voranbringen."

Matthias Scheffler
FAIRmat Co-Sprecher
Matthias Scheffler (FHI Berlin)

Das FAIRmat-Konsortium ist Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Die NFDI ist ein bundesweites Netzwerk, das derzeit aufgebaut und von 2019 bis 2028 mit bis zu 90 Millionen Euro pro Jahr von Bund und Ländern gefördert wird, um Forschungsdaten systematisch zu verwalten. Dass die Humboldt-Universität beim Aufbau dieser bedeutenden Infrastruktur eine führende Rolle einnimmt, freut Peter Frensch, Vizepräsident für Forschung der Humboldt-Universität Berlin: „Mit dem NOMAD HUB - dem NOMAD Data Center at HU Berlin - bereiten wir hier in Berlin bereits das Hauptquartier für den Bereich der NFDI-Infrastruktur vor, der sich mit materialwissenschaftlicher Grundlagenforschung beschäftigt."

FAIRmat deckt ein breites Spektrum an Forschungsgebieten in der Physik und verwandten Bereichen ab. Dementsprechend vielfältig und heterogen sind Grundkonzepte und Messtechniken, Arbeitsweisen und Forschungsdaten. Hier ist der Bedarf an einer FAIRen Dateninfrastruktur äußerst dringlich. FAIRmat fördert die effiziente gemeinsame Nutzung von Forschungsdaten und deren Aufbereitung für die Wiederverwendung und Analyse durch Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz (KI). Dadurch ermöglicht FAIRmat ein neues Niveau und eine neue Qualität der Wissenschaft.

Dabei verfolgt das Konsortium einen Bottom-up-Ansatz, der sich an den Bedürfnissen der Wissenschaftler*innen orientiert und bereits jetzt große Unterstützung aus der Community erfährt. So ist FAIRmat in die Sektion Kondensierte Materie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ebenso gut eingebunden wie in die Max-Planck-Gesellschaft (z.B. Big-Data-Netzwerk, CPTS), in eine Vielzahl von Universitäten und Instituten sowie in verschiedene internationale Aktivitäten (z.B. RDA, GO FAIR, EOSC). FAIRmat basiert auf den umfassenden Erfahrungen von Claudia Draxl und Matthias Scheffler mit der weltweit größten Dateninfrastruktur der computergestützten Materialwissenschaften, dem Novel Materials Discovery (NOMAD) Laboratory, welches seit 2014 online ist.

FAIRmat Sprecherin Claudia Draxl (HU Berlin) und Co-Sprecher Matthias Scheffler (FHI Berlin) diskutieren mit Peter Frensch (Vizepräsident für Forschung, HU Berlin) auf der Berlin Science Week 2020, wie die Entdeckung neuer Materialien die Herstellung neuer, leistungsfähigerer Technologien und Produkte ermöglichen kann.Video zur Podiums-diskussion „Sharing is Caring! Mit FAIRem Daten- management und KI die Materialien der Zukunft finden" © Christina Färber

"Natürlich suchen wir jetzt hochmotivierte Wissenschaftler*innen aus den Domänenwissenschaften und der IT, die unsere Begeisterung für einen Paradigmenwechsel in der grundlegenden Materialwissenschaft teilen, um unser Team zu verstärken und die FAIRmat-Prinzipien gemeinsam zu realisieren", sagt Claudia Draxl. Ihr Begrüßungsvideo können Sie sich hier ansehen.

Mehr Informationen zu FAIRmat.
Stellenausschreibungen für FAIRmat.
Mehr Informationen zur NFDI.

Lichtblick für die Quantenforschung

Ein IRIS-Forschungsteam und seine Partner haben erstmals die Teilchenaustauschphase von Photonen direkt gemessen.

Die Teilchen, denen das Forscherteam auf der Spur ist, sind schwer zu fassen. Die Physiker untersuchen die Quantenteilchen der elektromagnetischen Wellen, auch Photonen genannt, aus denen Licht besteht.
„Dass Photonen bosonisch sind, konnte bislang nur durch indirekte Messungen und mathematische Berechnungen gezeigt werden“, sagt Kurt Busch. „In unserem jüngsten Experiment haben wir die Teilchenaustauschphase von Photonen erstmals direkt gemessen und haben damit einen direkten Beleg für ihren bosonischen Charakter erbracht.“

Das Experiment etabliert eine neue Methode zur Erzeugung und Zertifizierung von Quanten-Zuständen von Licht. Dies ist sehr wichtig im neuen Gebiet der Quanten­informations­verarbeitung, auf deren Basis derzeit neuartige, wesentlich leistungsfähigere Computer entwickelt werden.

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