AKTUELLES
11.12.2019

Dr. Tim Schröder und Dr. Olaf Hohm sind neue Mitglieder von IRIS Adlershof

Eine wesentliche Voraussetzung für Quantenkommunikation und -technologie ist die Übertragung von Quanteninformationen über weite Entfernungen, aber weitreichende und stabile Netzwerke können nur mit Quantenverstärkern realisiert werden. Dr. Tim Schröder forscht mit dem ERC Projekt QUERP „Quantum Repeater Architectures Based on Quantum Memories and Photonic Encoding” an solchen Verstärkern und versucht dabei auch, komplementäre Technologien aus der Quantenkommunikation miteinander zu verbinden: In einem hybriden Quanten-Repeater-Modul sollen zwei unterschiedliche Konzepte, wie etwa Quantenspeicher in Zinn-Defektzentren in Diamant, und photonische Cluster-Zustände zusammengeführt werden.

Dr. Olaf Hohm leitet die ERC Consolidation Group „Symmetrien und Kosmologie“. Er entwickelt einen rechnerischen Ansatz auf der Grundlage der Stringtheorie, dem wahrscheinlich vielversprechendsten Kandidat für eine vollständige Theorie der Quantengravitation. Mit diesem Ansatz könnten Fragen, die sich auf die sehr frühe Geschichte des Universums beziehen, beantwortet und sogar die Stringtheorie an Messungen der Hintergrundstrahlung getestet werden.

IRIS Adlershof freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit seinen neuen Mitgliedern und gratuliert herzlich.
 

10.12.2019

“Étoiles de l’Europe 2019” – iSwitch erhält renommierten Preis des französischen Ministeriums für Hochschulbildung, Forschung und Innovation

Das Innovative Training Network iSwitch wird für seine herausragende und europäisch ausgerichtete Forschung mit dem „Étoiles de l’Europe“- Preis des französischen Ministeriums für Hochschulbildung, Forschung und Innovation ausgezeichnet. Damit gehört das Projekt, an welchem die Mitglieder von IRIS Adlershof, Prof. Norbert Koch und Prof. Stefan Hecht beteiligt waren, nun wortwörtlich zu den leuchtenden „Sternen Europas“.

Die Auszeichnung wird jedes Jahr an zwölf in Frankreich initiierte Forschungs- und Innovationsprojekte vergeben, um die internationale Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Technologie auf europäischer Ebene zu honorieren und zu stärken. iSwitch wurde koordiniert von Paolo Samorì, Professor an der Universität Straßburg, und brachte seit 2015 führende internationale Forschungsgruppen an der Schnittstelle von Chemie, Physik und Ingenieurswissenschaften mit dem Ziel zusammen, die nächste Generation von Forschenden im aufstrebenden Forschungsfeld der Material- und Nanowissenschaften auszubilden und zu fördern. Das Netzwerk bestand aus 14 interdisziplinären akademischen und industriellen Partnern aus insgesamt sieben europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Belgien, Spanien, Italien, Großbritannien und der Schweiz).

Im Dezember 2018 endete das von der EU im Rahmen von Horizon2020 geförderte Projekt äußerst erfolgreich: Das iSwitch-Trainingsprogramm qualifizierte seine Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für Beschäftigungen bei weltweit führenden Unternehmen wie Johnson & Johnson, an Exzellenzuniversitäten oder angesehenen Forschungseinrichtungen. Zudem setzten die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Technologien wesentliche Impulse auf dem Forschungsgebiet der optoelektronischen Bauteile, beispielsweise für die Herstellung von Netzhautimplantaten und sogenannten smarten Textilien wie spezieller Kleidung, die Temperaturveränderungen messen und daraufhin Form und Farbe anpassen kann.

IRIS Adlershof gratuliert dem iSwitch Team ganz herzlich für diesen großartigen Erfolg!

11.11.2019

DFG fördert neues Graduiertenkolleg „Rethinking Quantum Field Theory“

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg (GRK) „Überdenken der Quan­ten­feld­theo­rie - Rethinking Quantum Field Theory“ ist in Sprecherschaft am Institut für Physik und dem IRIS Adlers­hof der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) angesiedelt und wird ab April 2020 für zunächst viereinhalb Jahre mit knapp 4 Mio Euro gefördert. Das GRK wird sich mit drängenden theoretischen Fragen und wesentlichen Innovationen der Quantenfeldtheorie (QFT) beschäftigen, die über etablierte Methoden hinausgehen.

Die Quantenfeldtheorie (QFT) als Vereinigung von Quantenmechanik und spezieller Relativitätstheorie stellt eine der wesentlichen intellektuellen Leistungen des letzten Jahrhunderts dar. Diese theoretischen Innovationen führten zum Standardmodells der Teilchenphysik (SM) eng verbunden mit experimentellen Beobachtungen. Mit der Entdeckung des Higgsbosons verfügen wir mit dem SM über eine empirisch validierte und mathematisch konsistente Theorie bis zu höchsten Energieskalen. Dennoch weisen eine Reihe von terrestrischer Experimenten, sowie die astrophysikalisch gesicherte Existenz von dunkler Materie und Energie darauf hin, dass das SM nicht die finale Theorie der Teilchenphysik sein kann. Parallel hierzu zwingen drängende theoretische Fragen, wie die Natur der Quantengravitation, das Hierarchieproblem oder die Entdeckung von Dualitäten zwischen verschiedenen QFTs, die etablierte Formulierung der QFT und des SM zu überdenken. In jüngerer Zeit sind entscheidende Innovationen in der QFT erreicht worden, die zu einem ernsthaften Überdenken ihrer Grundprinzipien geführt haben. Diese beinhalten neue Methoden der Störungstheorie, Dualitäten und versteckte Symmetrien, die prominente Rolle von effektiven Feldtheorien in der fundamentalen Physik, moderne Massenschalenmethoden für Streuamplituden sowie die Methode des Gradientenflusses in der Gitterfeldtheorie. Die weitere Entwicklung dieser Methoden und Konzepte der modernen QFT in der Form eines Überdenkens der QFT stellen die gemeinsame Basis dieses Graduiertenkollegs (GRK) dar. Hieraus folgt ein anspruchsvolles Qualifizierungsprogramm, das sich am aktuellsten Forschungsstand orientiert. Das Graduiertenkolleg wird von 12 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen getragen und schließt sämtliche Arbeitsgruppen in der theoretischen Teilchenphysik am Institut für Physik ein.Kooperationspartner sind das Max-Planck-Insititut für Gravitationsphysik und das Helmholtz Zentrum DESY. Seitens IRIS Adlers­hof sind neben GRK-Sprecher Prof. Jan Plefka auch Dr. Valentina Forini, Prof. Dirk Kreimer und Prof. Matthias Staudacher am GRK beteiligt.

IRIS Adlers­hof gratuliert den erfolgreichen Antragstellern herzlich und wünscht viel Erfolg.