AKTUELLES
25.01.2021

HZB und Humboldt-Universität vereinbaren den Aufbau eines Katalyse-Forschungslabors

Das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen mit dem Ziel, ein gemeinsames Forschungs­labor für Katalyse im IRIS-Forschungsbau der HU in Adlershof aufzubauen. Der IRIS-Forschungsbau bietet optimale Bedingungen für die Erforschung und Entwicklung von komplexen Materialsystemen.

Katalysatoren sind der Schlüssel für viele Technologien und Prozesse, die für den Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft benötigt werden. In der Berliner Forschungslandschaft entwickelt sich seit einiger Zeit ein Hotspot der Katalyseforschung. Im Rahmen der Exzellenzinitiative entstanden neue Cluster wie UniSysCat, in denen etablierte Forschungsinstitute ihre Aktivitäten bündeln. Die chemische Industrie ist über das Labor BASCat eingebunden. Ein wichtiges Forschungsfeld ist die Produktion von „grünem“ Wasserstoff: Um Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe klimaneutral mit erneuerbaren Energien zu produzieren, werden innovative Katalysatoren benötigt. Das kürzlich gestartete Aufbauprojekt CatLab, das im Rahmen der Wasserstoffstrategie gefördert wird, verfolgt völlig neue Ansätze, die auf Dünnschichttechnologien basieren und echte Innovationssprünge versprechen.

IRIS-Labore für Katalyseforschung ausgestattet
Um das große Potenzial der Berliner Katalyseforschung weiter zu forcieren, haben nun die Humboldt-Universität zu Berlin und das HZB eine weitere Kooperationsvereinbarung geschlossen. Damit soll ein Teil der IRIS-Labore zusätzlich für die Entwicklung und Untersuchung heterogener Katalysatorsy
steme ertüchtigt werden. IRIS Adlershof steht für Integrative Research Institute for the Sciences. Mit ca. 4.500 Quadratmeter hochmoderner Labor-, Büro- und Kommunikationsflächen bietet der IRIS-Forschungsbau optimale Bedingungen für die Erforschung und Entwicklung von komplexen Materialsystemen z.B. für Elektronik, Optoelektronik und Photonik. Ein Großraumlabor ist für die Installation von Laborreaktoren vorgesehen, um die katalytische Aktivität und Selektivität der Materialsysteme zu bestimmen. Um Katalysatoren in Aktion zu untersuchen, werden im schwingungsstabilisierten Kellergeschoss Elektronenmikroskope aufgestellt. Dazu kommen weitere in-operando Untersuchungsmethoden wie Röntgenbeugung, Photoelektronen-, Raman- und UV-Vis-Spektroskopie, die durch die high-end Analysemöglichkeiten der benachbarten Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II des HZB komplettiert werden. Neben der Zusammenarbeit in der Entwicklung und Verwendung analytischer Methoden ist auch eine enge Zusammenarbeit im Bereich Dünnschichttechnologie, unter der Verwendung von additiven Fertigungsverfahren und Nanostrukturierungs- und Synthesemethoden, geplant.

Innovationen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
Im IRIS-Forschungsbau arbeiten Fachleute unterschiedlicher Disziplinen eng in einem großen Verbundlabor zusammen. Davon erhoffen sich die Partner Innovationsschübe: Physik und Chemie sowie Experiment und Theorie nähern sich einem Problem von jeweils unterschiedlichen Seiten. So bildet ein tiefes physikalisch-chemisches Verständnis von komplexen Grenzflächen eine exzellente Basis für die Entwicklung von Energiematerialien. Die Anordnung der Labore und Büros sowie die großzügigen Kommunikationsflächen schaffen beste Voraussetzungen, damit die unterschiedlichen Disziplinen sich austauschen und voneinander lernen können.

Kooperationsvereinbarung ist auch juristisch innovativ
Die Kooperation zwischen der HU und dem HZB zum Katalyse-Forschungslabor wird aufgrund der aktuellen Änderung des Berliner Hochschulgesetzes zur Zusammenarbeit wissenschaftlicher Einrichtungen erstmalig auf einer öffentlich-rechtlichen Grundlage gestaltet. Dies soll die Kooperation erleichtern. Das Verfahren zur Erfassung, Bewertung und Dokumentation der beiderseitigen Kooperationsbeiträge ist einfacher und weniger bürokratisch. So können sich die Forschenden auf ihre Kernaufgabe - die Forschung - konzentrieren.

18.01.2021

Stefan Hecht ist neues Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) hat den Chemiker Stefan Hecht zu ihrem neuen Mitglied gewählt. Mit ihm und dem Mathematiker Jürg Kramer ist IRIS-Adlershof somit prominent in der acatech vertreten. Über die Wahl in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften freut sich Hecht sehr: „Diese Wahl bedeutet für mich Anerkennung und Motivation zugleich. Es ehrt mich außerordentlich, gemeinsam mit renommierten Kollegen technologische Lösungen und Handlungsempfehlungen für drängende Zukunftsthemen zu entwickeln.“, so der Chemiker. Als neues acatech-Mitglied wird er sich insbesondere auf dem Gebiet der Materialwissenschaften engagieren.

Als eine von Bund und Ländern geförderte nationale Akademie vertritt die acatech die Technikwissenschaften im In- und Ausland und führt einen aktiven wissenschaftsbasierten Dialog zu technologiebezogenen Zukunftsfragen. Schwerpunkte sind:
       • Wissenschaftliche Empfehlungen und Stellungnahmen
       • Wissenstransfer und Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft
       • Nachwuchsförderung der Technikberufe
       • Internationale Vertretung der Technikwissenschaften.

Die Mitglieder der Akademie werden aufgrund ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und ihrer hohen Reputation in die Akademie aufgenommen. Derzeit gehören der acatech mehr als 400 Mitglieder aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften, der Medizin sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften an.

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06.01.2021

Interview mit der "Magierin der Oktaven" im Adlershof Journal

Nichol Furey forscht seit einem halben Jahr am IRIS Adlershof und wendet sich den Grundlagen der Quantenfeldtheorie mit einem ungewöhnlichen Ansatz zu. Wie sie die Weltformel finden möchte und warum sie hier bestens aufgehoben ist, erklärt sie in der aktuellen Ausgabe des Adlershof Journals.


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29.12.2020

Xolographie als leistungsfähige neue Methode für den 3D-Druck

Es sieht aus wie Science-Fiction und könnte die Zukunft des 3D-Druck sein: Ein blauer Lichtschnitt wandert durch eine Flüssigkeit, währenddessen treten Lichtprojektionen durch die Fenster eines eckigen Glasgefäßes. Wie beim Replikator der Star Trek Raumschiffe materialisiert das gewünschte Objekt. Was früher Stunden dauerte, schwebt nach kurzer Zeit in der Flüssigkeit im Gefäß, wird anschließend entnommen und unter UV-Licht gehärtet.


Das zugrundeliegende Verfahren, die Xolographie, wurde von einem Team um den Chemiker Stefan Hecht, Mitglied von IRIS Adlershof, den Physiker Martin Regehly und den Gründer Dirk Radzinski innerhalb der letzten zwei Jahre in der Startup-Firma xolo GmbH in Berlin-Adlershof entwickelt. In der renommierten Zeitschrift Nature beschreiben sie nun erstmalig ihre neuartige Methode.

Grundlage ihrer Erfindung sind photoschaltbare Moleküle – Hechts Spezialgebiet – die nur am Kreuzungspunkt (Xolographie) von Lichtstrahlen zweier unterschiedlicher Farben eine zielgenaue Aushärtung im gesamten Volumen (holos) des Ausgangsmaterials ermöglichen. In Kombination mit einem neuen Druckverfahren (Xolographie) basierend auf einem vom Laser erzeugten Lichtschnitt und über einen Projektor eingestrahlte Schnittbilder, werden die gewünschten Objekte ausgehend von virtuellen 3D-Modellen erzeugt.

Im Gegensatz zum konventionellen 3D-Druck, bei dem das Objekt Schicht für Schicht erzeugt wird, liegen die Vorteile der Xolographie in der deutlich höheren Geschwindigkeit und es können glatte Oberflächen erzeugt werden. So lassen sich komplexe, mehrteilige Systeme in nur einem Arbeitsschritt fertigen. "

„In einem interdisziplinären Team aus Chemikern, Physikern, Materialwissenschaftlern und Softwareentwicklern konnten wir die Xolographie als leistungsstarke neue Methode entwickeln.“ freut sich Hecht und betont die vielen Möglichkeiten, die sich aufgrund der Vielseitigkeit der Methode ergeben. „Mit Hilfe der Xolographie in Kombination mit verschiedenen Materialien können wir die künftige Fertigung von optischen Bauteilen sowie biomedizinischen Geräten maßgeblich verbessern.“

Xolography for linear volumetric 3D printing
M. Regehly, Y. Garmshausen, M. Reuter, N.F. König, E. Israel, D.P. Kelly, C.-Y. Chou, K. Koch, B. Asfari, and S. Hecht
Nature 588 (2020) 620, DOI: 10.1038/s41586-020-3029-7
 

30.11.2020

Das Institute of Physics der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und IRIS Adlershof starten gemeinsames PostDoc-Programm

Das Institute of Physics (IOP) der Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) und das IRIS Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin haben ein gemeinsames PostDoc-Programm eingerichtet und eine erste Ausschreibungsrunde veröffentlicht. Die prestigeträchtigen zweijährigen Forschungsstipendien richten sich an außergewöhnliche Nachwuchswissenschaftler*innen, die sich auf eine unabhängige Karriere in der Forschung an der Grenze der Festkörperphysik, der Quantenmaterialien oder der Gerätephysik vorbereiten. Erfolgreiche Kandidaten verbringen ein Jahr in Beijing und eines in Berlin bei Forschungsgruppen ihrer Wahl. Antragsschluss ist der 28. Februar 2021.

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