AKTUELLES
19.07.2019

Berlin University Alliance holt den Exzellenztitel

Die Berlin University Alliance wird als Exzellenzverbund im Exzellenzstrategie-Wettbewerb des Bundes und der Länder gefördert. Das hat der Wissenschaftsrat am 19. Juli 2019 in Bonn mitgeteilt. Die vier Berliner Partnerinnen – die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin – konnten mit ihrem Antrag „Crossing Boundaries toward an Integrated Research Environment“ in dem hoch kompetitiven Verfahren überzeugen.


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19.07.2019

Artikel des IRIS-Nachwuchsgruppenleiters Michael J. Bojdys wird in Nature Communications veröffentlicht

Der IRIS Nachwuchsgruppenleiter Michael J. Bojdys und sein internationales Team können einen großen Erfolg verbuchen: Ihr Artikel "Real-time optical and electronic sensing with a β-amino enone linked, triazine-containing 2D covalent organic framework" wurde für die Veröffentlichung in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications ausgewählt.
Bojdys Artikel beschäftigt sich mit „aromatischen 2-dimensionalen, kovalenten organischen Netzwerken“ (2D COFs), einer neuen Klasse poröser organischer Materialien, welche die präzise Eingliederung organischer Einheiten in periodische Strukturen ermöglichen. COFs können chemisch so gestaltet werden, dass sie bestimmte Oberflächenfunktionsgruppen beinhalten, die zur Regulierung optischer und elektronischer Eigenschaften genutzt werden können. Die geringe Stabilität der COFs gegenüber chemischen Triggern hat die praktische Anwendung bisher jedoch unmöglich gemacht.
Zusammen mit einem Te
am vom Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (Prag, Tschechische Republik) haben Bojdys und sein Team von der Humboldt-Universität zu Berlin ein neues Gestaltungsprinzip für COFs erforscht, das auf eine starke, ganzheitliche Konjugation und Einbindung von Donor-Akzeptor-Domänen setzt. In dieser Studie wurde ein neuer, hochstabiler, chemoresistenter β-Aminoenon-gebundener, triazinhaltiger COF als optischer und elektronischer Echtzeit-Sensor für flüchtige Säuren und Basen verwendet. Das Team konnte feststellen, dass die Sensing-Fähigkeit des COF durch Protonierung des Elektronenakzeptors - eines Triazinrings – gezeigt werden kann: Es kam zu einer Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit um zwei Größenordnungen und einer mit bloßen Augen sichtbaren optischen Reaktion. Diese Ergebnisse sind ein vielversprechender Ansatz für die Entwicklung praktischerer Sensoren und Schalter.

IRIS Adlershof gratuliert Michael J. Bojdys und seinem Team zu dieser erfolgreichen Studie und ihrer Ver­öff­ent­lich­ung in der Zeit­schrift Nature Com­mu­ni­ca­tions!


Aufgrund seiner großen Begeisterung für das Konzept von IRIS Adlershof und die hier durchgeführte Forschung kam der ERC-Stipendiat Bojdys 2018 an die Humboldt-Universität zu Berlin und zu IRIS Adlershof. Er leitet die Nachwuchsgruppe "Funktionale Materialien", ihr Forschungsfokus ist die Entwicklung metallfreier, elektronischer Komponenten für Transistoren und Sensoren auf der Basis funktionaler Materialien aus leichten, kovalent gebundenen Atomen. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Herausforderung, die von der molekularen, organischen Chemie bekannten Kontrollmechanismen und Modularität auf makroskopische Strukturen zu übertragen.

Real-time optical and and electronic sensing with a β-amino enone linked, triazine-containing 2D covalent organic framework

R. Kulkarni, Y. Noda, D.K Barange, Y.S. Kochergin, P. Lyu, B. Balcarov, P. Nachtigall, and M.J. Bojdys
Nat. Commun 10 (2019) 3228


Die Pressemitteilung der Humboldt-Universität zu Berlin finden Sie hier.

02.07.2019

IRIS-Nachwuchsgruppenleiter Michael J. Bojdys auf dem Jahrestreffen der neuen Champions in Dalian (China)

Der Europäische Forschungsrat bringt sich vom 1. bis 3. Juli in Dalian (China) auf dem vom Weltwirtschaftsforum (WEF) organisierten Jahrestreffen der neuen Champions (AMNC), das auch als "Sommer Davos" bekannt ist, mit zukunftsweisenden wissenschaftlichen Erkenntnissen ein. Die diesjährige Veranstaltung befasst sich mit dem Thema "Leadership 4.0: Erfolg in einer neuen Ära der Globalisierung".

Zum achten Mal in Folge nimmt der ERC mit einer Delegation teil, die sich aus dem Präsidenten des ERC, Prof. Jean-Pierre Bourguignon, und zehn ERC-Stipendiaten zusammensetzt, die alle in ihren jeweiligen Bereichen führend sind. Einer dieser zehn ERC Stipendiaten ist Dr. Michael J. Bojdys, Nachwuchsgruppenleiter am IRIS Adlershof so
wie am Institut für Chemie der Humboldt-Universität zu Berlin.

Herr Bojdys freut sich über die Einladung nach Dalian und zieht folgendes Resümee: "Das WEF legte dieses Jahr einen Fokus auf "Leadership 4.0" zur Erfüllung nachhaltiger Entwicklungsziele. Die Technologie für nachhaltige Elektronik, smarte Energiespeicher, Lebensmittelsicherheit und gesünderes Leben existiert teilweise schon, bezahlt durch Steuergelder, wie zum Beispiel die des Europäischen Forschungsrates (ERC), der auch unsere Forschung fördert. Allerdings fehlen den meisten Wissenschaftlern Businesskenntnisse, um ihre Projekte auf den Markt zu bringen. WEF und ERC sehen einen Bedarf für (1) besseres Business-Training von Wissenschaftlern - das heisst: sind Sie in der Lage, einen griffigen und überzeugenden Kurzvortrag zur Wirkung Ihrer Forschung auf die Gesellschaft zu halten? Sind Sie in der Lage, ein "Verkaufsgespräch" mit Geldgebern zu führen? (2) Bessere Finanzierung für die Entwicklung technologischer Prototypen - hier führt das ERC mit den sogenannten "Proof of Concept" Grants an, die nicht nur für die Prototypentwicklung zahlen, sondern auch für eine Marktstudie, und (3) wie können wir Wissenschaftlern helfen, die richtigen Geldgeber für ihre Projekte vor einer Aktienerstimmission zu finden? Eine spannende Initiative ist hier das ERC "Virtual Ventures Fair", welches die Projektleitung erfolgreicher "Proof of Concept" Grants mit Investoren zusammen bringen wird. Ich freue mich insbesondere mit der neuen Leitung des ERC am "Virtual Ventures Fair" Projekt zusammen zu arbeiten - denn wenn wir etwas als Wissenschaftler können, dann ist es, Expertenmeinung via "peer-review" beizutragen."

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05.06.2019

Organische Elektronik: Neuer Halbleiter aus der Familie der Kohlenstoffnitride

Teams der Humboldt-Universität und des Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie Berlin haben ein neues Material aus der Familie der Kohlenstoffnitride untersucht. Das Triazin-basierte graphitische Kohlenstoffnitrid (TGCN) ist ein Halbleiter, der sich gut für Anwendungen in der Optoelektronik eignen sollte. Die Struktur ist zweidimensional und erinnert an Graphen. Anders als beim Graphen ist die Leitfähigkeit jedoch senkrecht zu den Ebenen 65mal höher als in den Ebenen selbst.

Manche organische Materialien könnten ähnlich wie Siliziumhalbleiter in der Optoelektronik eingesetzt werden. Ob als Solarzellen, Leuchtdioden oder auch als Transistoren – wichtig ist dabei die so genannte Bandlücke, also der Energieunterschied zwischen Elektronen im Valenzband (gebundener Zustand) und dem Leitungsband (beweglicher Zustand). Durch Licht oder eine elektrische Spannung lassen sich Ladungsträger vom Valenzband ins Leitungsband heben – so funktionieren im Prinzip alle elektronischen Bauelemente. Ideal sind Bandlücken zwischen 1-2 Elektronenvolt.

Ein Team um den Chemiker Dr. Michael J. Bojdys vom IRIS Adlershof und dem Institut für Chemie der Humboldt-Universität zu Berlin hat kürzlich ein neues organisches Halbleitermaterial aus der Familie der Kohlenstoffnitride synthetisiert. Das Triazin-basierte graphitische Kohlenstoffnitrid oder TGCN besteht nur aus Kohlenstoff- und Stickstoff-Atomen und lässt sich als brauner Film auf einem Quarzsubstrat aufwachsen. Die C- und N-Atome bilden miteinander sechseckige Waben, ähnlich wie im Graphen, das aus reinem Kohlenstoff besteht. Wie bei Graphen ist auch beim TGCN die kristalline Struktur zweidimensional. Bei Graphen ist die Leitfähigkeit in der Ebene jedoch exzellent, senkrecht dazu deutlich schlechter. Bei TGCN ist es genau umgekehrt: die Leitfähigkeit senkrecht zur Ebene ist rund 65mal höher ist als in der Ebene selbst. Mit einer Bandlücke von 1,7 Elektronenvolt ist TGCN ein guter Kandidat für Anwendungen in der Optoelektronik.

Der Physiker Dr. Christoph Merschjann vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH (HZB) hat daraufhin im Laserlabor JULiq, einem Joint Lab zwischen HZB und Freier Universität Berlin, die Transporteigenschaften in Proben aus TGCN mit zeitaufgelösten Absorptionsmessungen im Femto- bis Nanosekundenbereich untersucht. Solche Laserexperimente stellen eine der wenigen Möglichkeiten dar, makroskopische Leitfähigkeiten mit mikroskopischen Transportmodellen zu verknüpfen. Aus den Messdaten konnte er ableiten, wie die Ladungsträger durch das Material diffundieren. „Sie verlassen die sechseckigen Waben aus Triazin-Einheiten nicht horizontal, sondern bewegen sich schräg zur nächsten Triazin-Einheit in der Nachbarebene. Dabei führt die Kristallstruktur zu einer bevorzugten Bewegung entlang röhrenartiger Kanäle.“ Dieser Mechanismus könnte erklären, dass die Leitfähigkeit senkrecht zu den Ebenen deutlich höher ist, als in den Ebenen.  „TGCN ist daher bislang der beste Kandidat, um gängige anorganische Halbleiter wie Silizium mit ihren teilweise kritischen “Dotanden” aus seltenen Elementen zu ersetzen“, sagt Michael Bojdys. „Unser Herstellungsverfahren, das wir in meiner Gruppe an der Humboldt-Universität entwickelt haben, führt zu flachen Schichten von halbleitendem TGCN auf isolierendem Quartzglas. Das ermöglicht Upscaling und einfache Device-Produktion.“

Diese Ergebnisse wurden kürzlich in der internationalen Edition der renommierten Zeitschrift "Angewandte Chemie" veröffentlicht.


 

04.06.2019

Neue wissenschaftliche Geschäftsführung am Helmholtz-Zentrum Berlin

Prof. Dr. Bernd Rech und Prof. Dr. Jan Lüning sind seit 1. Juni 2019 wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie. Bernd Rech verantwortet den Bereich "Energie und Information"; Jan Lüning leitet den Bereich "Materie". Damit hat der Aufsichtsrat des HZB zwei international anerkannte Experten an die wissenschaftliche Spitze des Zentrums bestellt.

IRIS Adlershof gratuliert sehr herzlich und freut sich auf die Fortsetzung der engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit.


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31.05.2019

14th International Symposium on Functional π-Electron Systems im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof

Das „14th International Symposium on Functional π-Electron Systems“ ist Teil einer regelmäßig durchgeführten internationalen Konferenzreihe, die im Jahre 1989 in Osaka (Japan) begann. Das nunmehr 14. Symposium dieser Serie wird vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH (HZB) und dem IRIS Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin gemeinsam organisiert und unter großer internationaler Beteiligung (über 400 TeilnehmerInnen) vom 2. bis 7. Juni 2019 im Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof durchgeführt. Das wissenschaftliche Programm wurde von Prof. Stefan Hecht (Institut für Chemie der HU) und Prof. Norbert Koch (Institut für Physik der HU), beide Mitglieder von IRIS Adlershof, federführend entwickelt.

Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Programms des Symposiums stehen:
- Design und Synthese neuer π-konjugierter Moleküle und Polymere,
- organische und polymere Halbleitermaterialien für Dünnschichttransistoren,
- organische und polymere photovoltaische und sensorische Materialien und Bauelemente,
- organische lichtemittierende Materialien für Display- und Beleuchtungsanwendungen,
- Hybrid- und Perowskitmaterialien und –bauelemente,
- konjugierte Polymere und Oligomere für Chemo- / Biosensoren sowie
- Bioelektronik.

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23.05.2019

SFB 951 “Hybrid Inorganic/Organic Systems for Opto-Electronics (HIOS)” geht in die dritte Förderperiode

Der Sonderforschungsbereich 951 “Hybrid Inorganic/Organic Systems for Opto-Electronics”(HIOS) wird erneut für weitere vier Jahre gefördert. Dies hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) auf ihrer diesjährigen Frühjahrssitzung in Bonn entschieden. Seit seiner Einrichtung im Jahre 2011 stehen innovative Hybridsysteme im wissenschaftlichen Fokus des SFB 951. In diesen Hybridsystemen werden anorganische Halbleiter, konjugierte organische Materialien und metallische Nanostrukturen miteinander kombiniert, mit dem langfristigen Ziel, funktionale Elemente für die Optoelektronik im meso- bzw. nanoskopischen Längenbereich mit neuartigen, von den Einzelkomponenten bislang nicht erreichten Eigenschaften, zu realisieren. Dies könnte beispielsweise in hochfrequenten und vielfarbigen Lichtquellen und Sensoren, oder in elektronisch und optisch multifunktionalen Bauelementen kommender Generationen der Informationstechnologie zur Anwendung kommen.
In den vergangenen Jahren haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB 951 die grundlegenden chemischen, elektronischen und photonischen Wechselwirkungen, die sich aus der unterschiedlichen Natur der in HIOS kombinierten Komponenten ergeben, ausgiebig untersucht und auch umfassend verstanden. Dadurch konnten unter anderem neuartige hybridisierte Quantenzustände und gekoppelte Anregungen an den anorganisch/organischen Grenzflächen entdeckt werden. Diese Fülle beeindruckender Ergebnisse hat die inhaltlichen Grundlagen für die Fortsetzung dieser spannenden Forschung für weitere vier Jahre gelegt.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dies nun mit der Entscheidung zur Fortsetzung der Förderung des SFB für eine dritte Periode für den Zeitraum
2019 – 2023 gewürdigt. Sprecher und Vize-Sprecher des SFB, Norbert Koch und Oliver Benson (beide Mitglieder von IRIS Adlershof) freuen sich sehr auf die weitere enge Zusammenarbeit mit insgesamt 21 Teilprojektleiterinnen und Teilprojektleitern der Institute für Physik und für Chemie sowie des IRIS Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin (Sprecherhochschule), der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität, der Universität Potsdam, des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie sowie des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft.
 

18.05.2019

Berliner Exzellenzcluster MATH+ eröffnet

Mehr Informationen über das Exzellenzcluster MATH+ finden Sie hier.


13.05.2019

Qiankun Wang receives 2018 Chinese Government Award

Congratulations! Qiankun Wang, doctoral student in the group of Norbert Koch, received the “2018 Chinese Government Award for
Outstanding Self-financed Students Abroad” of the China Scholarship Council.
Well deserved, Qiankun!

03.05.2019

Einstein Junior Fellowship für Frau Dr. Valentina Forini

Die theoretische Physikerin Valentina Forini forscht am IRIS Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin im Bereich der mathematischen Physik zur String- und Quantenfeldtheorie. Im Fokus ihrer Forschung steht die Anti-de-Sitter/Conformal Field Theory-Korrespondenz, also die Beschäftigung mit Raum, Zeit und Materie. Forinis Arbeiten zur String- und Eichfeldtheorie haben international Anerkennung gefunden.

Angefangen mit der Leitung einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin von 2012 bis 2017, ist die Physikerin seither in mehrere Forschungsprojekte des IRIS Adlershof eingebunden. Inzwischen wurde Valentina Forini ein Simons Emmy Noether-Stipendium (2018/19) am Perimeter Institute für Theoretische Physik in Kanada verliehen. Am IRIS ist sie auch Projektleiterin für das europäische Marie-Curie-ITN-Netzwerk EuroPLEx. Zusätzlich doziert Forini seit 2018 am Institut für Mathematik der City University of London.

Nun wurde Frau Forini von der Einstein Stiftung Berlin mit einem Einstein Junior Fellowship ausgezeichnet. Wir gratulieren Frau Forini herzlich und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.


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